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16.März 2008

Vielleicht gelingt ja sowas wie ein kleines Tagebuch.
Gestern beim Zusammenstellen des ersten Blogs fielen mir ein paar schöne Photos in die Hände, von denen einige als Untermalung nun in den Text gebastelt werden sollen, da sich baumäßig auf dem Grundstück noch nicht soviel tut.

Daniel und ich sind per Netz auf der Suche nach einem Kettenstemmer. Das ist ein Gerät, mit dem man die Zapfenlöcher in Balken fräsen kann. Ein gutes Gerät dieser Art kostet gebraucht etwa tausend Euro, das ist kein Pappenstiel, und so überlegen wir, ob wir demnächst einen bei Ebay schießen sollen, der sich dann nach Ende der Bauarbeiten wieder verkaufen lässt.
Auch eine große Handkreissäge wird noch gebraucht. Drei kleinere haben wir, für bestimmte Arbeiten wie Schrägschnitte an Zapfen braucht es jedoch die große.

Auch Stapelleisten müssen organisiert werden, damit die Balken und Bretter nach dem Sägen luftig und gerade gestapelt werden können ohne blau zu werden.

Am Abend ergab sich, nachdem Daniel den ersten Bloggertext gelesen hatte, noch ein Gespräch darüber, inwieweit „Der Stall“ mein persönliches Projekt ist und inwieweit er, als Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten, auch ein gemeinsames Haus sein wird.

17. März 2008

Leider bricht gerade wegen des starken Sturmes die Telefonverbindung ständig zusammen
Ich muss also die günstigen Momente der Verbindung nutzen, manchmal blinkt sie OK.
Auch Bilder reinstellen geht nicht.

Heute beschäftigte mich das Sägen von Stapelleisten. Ich säge aus halbwegs sauberen Brettern und kriege dabei leider viel zu wenig zusammen, so daß es doch auf Kaufen hinausläuft.

Die stehengebliebene Bühnenplattform, die jetzt als Wäschetrockenplatz dient und demnächst einen großen Balkenstapel aufnehmen soll, ist nun aufgeräumt.

Am Morgen Telefonat mit Verena, die mit Tomben und den Kindern zum Sägen kommen will.



Dienstag, 18. März 2008

Am Morgen rief das Architekturbüro an um zu melden, daß der Statiker beauftragt ist und noch die Baugenehmigung von mir braucht.
Am Nachmitttag meldete sich der Statiker dann selbst. Ein junger Mensch, wie mir scheint.

Aus den Dateien des Architekten geht wohl nicht so recht die detaillierte Konstruktion hervor, weswegen ich nun für Donnerstag mit ihm in W. verabredet bin.
Wieder wird also das Modell mit meinen Konstruktionszeichnungen auf die Reise gehen.
Er deutet an, daß er weiß, es dürfe nicht soviel kosten, meint aber, sechshundertdreißig Euro mit Mehrwertsteuer sollten schon sein.
So kommt eins zum anderen.

Es ist noch einmal ziemlich kalt geworden, immerhin ließ der eisige Nordwestwind etwas nach, der es ganz schön schwer macht, sich bis zu Lothar durchzuschlagen, insbesondere im Zustand erhöhter Lebensfreude.


Mittwoch, 19. März 2008

Der Pizzaabend war sehr gut besucht. Ich habe den bevorstehenden Sägetermin angesagt und angekündigt, daß es da Flammkuchen und Crepes geben wird.
Endlich ist auch unser Roggenbrot richtig gut gelungen und auch das freigebackene Dinkelbrot ist fein.
So erwartet die Sommerhelfer gutes Brot, frische Brötchen aus Inselbiomehl und gelegentlich etwas Schaf oder Wild in geräucherter oder gebratener Form. Daneben noch Apfelsaft von den eigenen Bäumen und Milch sowie Quark aus der Nachbarschaft, Fisch ist durch Daniels Fischerconnection ohnehin kein Problem. Das ist doch schon eine ganz schön regionale Versorgung.

Donnerstag, 20.März 2008

Der Sägetermin rückt näher. Bevor wir jedoch zum Sägen kommen können, muss klar sein, welche Holzquerschnitte wir nun definitiv brauchen. Für die Stiele und Streben, die Schwelle und die Riegel werden wir 16 cm starke Kanthölzer verwenden. Unklar ist, wie stark die Pfetten sein müssen, das sind die Träger, auf denen die Dachsparren aufliegen, die also letztlich die gesamte Dachkonstruktion tragen.
Deshalb hatte ich heute den Termin beim Statiker W. in W.

W. ist ein Mann in meinem Alter, (also blutjung), und sehr sympathisch. Ich fühlte mich auch stellvertretend für Veit geschmeichelt, daß er von dem Modell richtig angetan war. Wir saßen um das Spielzeug herum auf dem Boden, ließen das Laptop mit den tollen Schnitten und Maßen links liegen und verhandelten die Sparren, die Pfetten und Fragen zum Fundament, wobei sich abzeichnete, daß wir bei den Holzquerschnitten sehr großzügig geplant hatten und er nun das Ganze „optimieren“ wird. Das heißt, wir werden weniger Sparren brauchen. Das „Sprengwerk“ als Bühnenportal findet er sehr schön und sieht da auch keinerlei Probleme. Bei dem Grasdach rechnet er die stärkere Version, das heißt 180kg pro Quadratmeter. Außerdem stellt er in Aussicht, daß wir weniger Eisen im Fundament brauchen als ich dachte. Wenn der Eichenschwellbalken mit Hakenblattverbindungen gearbeitet wird, können wir auch auf einen eisenbewehrten Ringanker verzichten.


Gegen Ende der Woche wird W. mir die Dateien mit den endgültigen Querschnitten schicken. Dann gibt es also Konstruktionszeichnungen, Materiallisten, schlicht alles, was das Herz der Bauherren höher schlagen lässt, und das Ganze dann auch noch digital verschickbar.

Karfreitag, 21.März 2008

Heute ging eine Mail an den Statiker mit besonderen Wünschen, was die Sägemaße betrifft.
Juhle und Christiane sind zu Besuch, betrachteten das Modell und zeigten sich sehr angetan.
Sie werden beim Richten dabei sein. Am Abend gab es eine Terminabstimmung zwischen Daniel und mir, was den Kontakt zum Statiker, zu Tobias und die erforderlichen Werkzeuge betrifft.
Wir brauchen Stammwender, das sind auf Hebelkraft arbeitende Krallen, mit denen zwei Mann gut einen großen Stamm wenden können. Das müssen wir, wenn wir die Bäume am Freitag ablängen wollen, da sich sonst die Kettensäge in unguter Weise mit dem steindurchsetzten Boden in Kontakt bringt.

Am späten Abend strickte ich noch einen Zeitplan, besser das Angebot eines Zeitplans, und schaffte es tatsächlich, diese Nachricht an ziemlich viele der Beteiligten zu schicken. Es sieht ganz gut aus. Diese ganze Sägewoche könnte sich zu einer sehr angenehmen Angelegenheit entwickeln, einige werden Gelegenheit haben alte Freunde wieder zu treffen, andere stoßen einfach dazu,, wie sie Lust haben und die Kerntruppe arbeitet nach Einsatzplan. Jeder kann einem Balkenschlepper mal eine kurze Pause ermöglichen.

Darüber ,hinaus hat Tobias, der all die Tage an der Säge stehen wird am Mittwoch während der Sägewoche Geburtstag, und den feiern wir dann hier in der Pizzeria, bis dahin ist schon eine Menge geschafft.

Am Samstag, wenn das Sägen beendet ist, feiern wir eine Sonderpizzeria für alle, die Lust haben.
Da kann auch mal wieder die Spendendose rumgehen.

Samstag, 23. März 2008

Der Winter ist wieder da. Es stürmt und schneit und das Internet stürzt mal wieder ab.
Das Eiersuchen wird morgen sehr einfach, die Hasen hinterlassen Spuren im Schnee, die so gar nicht nach Hasen aussehen werden.

Für das Sägen gibt es Rückmeldungen, schön wäre es wenn sich um das Sägen herum eine nette Party entwickelte.

Ostersonntag, 24. März 2008

Wunderbares Osterwetter. Nach den Stürmen, der Nässe und dem Schnee scheint die Sonne, der Rest des Schnees blinkt und glitzert, in der Sonne ist es angenehm, alle gehen spazieren.
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünenden Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes:
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.“

Im Dorf war man auch draußen unterwegs. Die instagram profile viewer tools Großen wie die Kleinen, viele hatten Besuch.
Gerhard ist wieder aus dem Krankenhaus raus, nachdem er sich vor zwei Tagen mit der Axt verletzt hatte.

Nach so einem herrlich klassischen Ostersonntag hätte nur noch das Osterfeuer gefehlt, fiel aber allgemeiner Antriebslosigkeit zum Opfer. So saß man beisammen, plaudernd und noch einmal die Ruhe vor dem Sturm genießend, denn die Sägewoche rückt nun unaufhaltsam näher.