Sonntag, 18.5.2008

Am Nachmittag, als die Geburtstagsrunde in der Sonne das Leben genießt, stehen plötzlich zwei Wandergesellinnen im Garten. Eine von ihnen ist Gunda, die Schneiderin, die vor anderthalb Jahren mit Ulf dem Schmied einige Zeit hier im Ort verbrachte.
So eine Freude. Sie bringt eine junge Tischlerin los, Jaqueline. Die beiden werden ein paar Tage bleiben.
Am Abend gibt es ein großes Spargelessen, das Abschiedsessen für Matthias und seine Feierrunde, die ihm zu seiner Frühjahrskur gefolgt ist.

Montag, 19. Mai 2008

Am Vormittag reisen Matthias und Dirk ab. Gunda und Jaqueline machen sich ans Bretterschälen. Wonni und ich gießen drei Stunden lang Beton.

Der Kettenstemmer ist eingetroffen und ist in Ordnung.

Dienstag, 20. Mai 2008

Heute stieß Christian zu uns. Der dritte Wandergeselle, auch ein Tischler, der noch am Vormittag wegen einer Fußverletzung aus dem Krankenhaus entlassen worden war.
Ich biege die Gewindestangen. Am Nachmittag ein Gespräch mit Wonni. Der Zeitplan ist eng, wenn wir nicht einen Zahn zulegen, kann es knapp werden.
Am Abend ist der dritte Betonguß Fundament getan, die Gewindestangen sind gesetzt.
Christian würde gern zu Übungszwecken ein paar Balken handbehauen. Ich werde die entsprechenden Stämme noch nachordern, da uns der Förster wegen des Frostringes in der Eiche noch etwas schuldet.

Mittwoch, 21.Mai 2008

Christian und Jaqueline bereiten das Besäumen der Bretter vor, Gunda kümmert sich ums Haus, ich bereite die Pizzaria vor, Wonni mauert eine lange Schicht und beendet die Innenausmauerung. Achim kommt mit einem Freund, Matthiaas zu Besuch um seinen Geburtstag hier zu feiern.

Donnerstag, 22.Mai 2008

Die drei Wandergesellen entrinden und besäumen. Wonni und ich räumen in der anderen Haushälfte auf, dann machen wir uns ans betonieren.

Gegen 20 Uhr sind die Betonarbeiten am Hauptgebäude abgeschlossen. Dominik, ein anderer Freund Achims reist an.

Freitag, 23.Mai 2008

Die Gesellen schälen und besäumen. Ich bereite oben Schlafgelegenheiten für den Sommer vor.
Ich will in den Wagen umziehen und meine Räume oben für die Helfer oder Besucher freigeben.
Ich hoffe, daß die Sommergäste die Versorgung der Bautruppe übernehmen.

Samstag, 24. Mai 2008

Ich bereite meine Lesung vor. Die Gesellen fahren nach Posewald, die Gäste besichtigen Prora.
Wir hatten Hecht vom Fischer geholt, den gibt es am Abend.

Sonntag, 25. Mai 2008

Am Vormittag holen wir Gunda und Jaqueline in Posewald ab und machen einen Ausflug in den Goorwald. Wieder betört uns die herrliche Schirmeiche.
Am Abend meine Lesung im Cafe Meyer.

Montag, 26. Mai 2008

Es regnet den ganzen Tag. Das war bitter nötig. Gunda ist krank. Irgendein fieser Virus geht um, der die Verdauungsbereiche stark fordert.

Wonni kommt gegen Mittag und beginnt zu mauern. Christian und Jaquelinne schälen und besäumen, unter erschwerten Bedingungen, mit nassen Schuhen.
Der Förster liefert die Stämme zum behauen.

Dienstag 27. Mai 2008

Wonni mauert zwölf Stunden. Christian macht sich ans behauen des Probebalkens.

Ich mache Mischung, karre Steine, schlage den Überstand am Fundament weg, wo uns die Schalung gekommen war, rode zwei Holunder, die auf meiner Schachtspur liegen.

Mit Daniel zusammen messe ich die Säulen ein
Christian klären die Vorgehensweise für die geschweiften Streben ab. Aus den gekrümmten Baumteilen hatten wir 16 Zentimeter dicke Bohlen gesägt, die zu den geschweiften Streben werden sollen. Am Abend macht Achim Kartoffelpuffer für die ganze Bande und später kommt noch der Mandelsulz auf den Tisch.

Mittwoch 28. Mai 2008.

Christian macht sich an die Streben. Es dauert eine Weile, bis sich herauskristallisiert, daß ein Anschlag für die Kettensäge dringend erforderlich ist. So wird das Schwert durchbohrt und mit zwei Eichenklötzen der Anschlag gebaut, damit im rechten Winkel gesägt werden kann.

Wonni mauert den ganzen Tag. Er legt die Südwestecke an.

Seuchenmäßig hat es jetzt Jaqueline erwischt. Gunda und ich bereiten die Pizzaria vor, Daniel macht die Teige.
Während die ersten Gäste eintrudeln stehe ich noch am Mischer und mache Wonni die Mischung für den nächsten Morgen, dann stehe ich am Ofen. Gegen Mitternacht holen wir ein sehr gute Roggensauerteigbrote aus dem Ofen.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Wonni mauert elf Stunden, Christian arbeitet an den geschweiften Streben, ich karre Steine, schachte und fahre Erde zum Wall.

Am Morgen war Erika Pauline da. Sie ist Pastorin, hatte früher einen Lehrstuhl in Camebridge für feministische Theologie inne und ich wünsche mir, daß sie zum Richtfest eine Andacht hält, oder einen Segen über das Gebäude spricht.
Wir unterhalten uns lange über die Geschichte des Segnens, die Arten der Segnung. Sie hatte einen Text von Pasolini herausgesucht, der sehr schön unseren nichtkonsumistischen Ansatz beschreibt. Das werden sicher spannende Gespräche mit den Helfern und Förderern. Tritt Erika im Talar auf, so ist das eine Amtshandlung. Was für Gottesbilder sind hier vertreten. Kann man einen Balken beschriften mit „Gott segne dieses Haus“ oder gerät man da in eine kirchliche Ecke, in die man nicht kommen will. Welche Kraft bezeichnen wir als Gott?
Am Abend nach einer nachmittäglichen Keksmahlzeit, gehen Gunda, Achim und ich im Pansevitzer Park spazieren und sind völlig bezaubert von dessen Schönheit. Davor mußte ich als Gemeindevertreter noch an einer Gemeinderatssitzung teilnehmen. Wie es um den Bau steht, wurde gefragt. Es ruht auch von dieser Seite eine gewisse Aufmerksamkeit auf dem Projekt.
Ob die „Künstler“ das hinkriegen. Immerhin haben sie es hingekriegt, das Holz aus dem Pansevitzer Forst zu ordern und zu verarbeiten, das heischt Respekt.

Freitag, 30. Mai 2008

Früh säge ich auf dem immer kleiner werdenden Holzstapel vorne die unbesäumten Bretter zurecht. Christian ist den ganzen Tag an den Streben. Zwischendurch gibt die große Kettensäge den Geist auf und wir müssen meine kleinere umbauen. Am Nachmittag haben Jaqueline und Gunda den großen Bretterhaufen bewältigt. Ich schachte.

Wonni mauert die Südseite zuende. Damit ist die Hälfte des Hauptgebäudes geschafft. Am Abend spanne ich an und wir fahren nach Gagern zum Milchholen. Die Wiesen sind frisch gemäht und so kann ich große Strecken im Gallopp unserem Ziel entgegenjagen.
Mit den jetzt ruhigen Pferden fahren wir noch eine Stunde lang Holz. Jetzt sind die Kanthölzer alle auf dem Bauplatz. Die geschweiften Streben sind fertig.

Das Sprengwerk liegt zum Besäumen bereit. Achim kocht ein wunderbares Gulasch. Es ist sein letzter Abend hier.

Samstag, 31. Mai 2008

Am Vorabend kommt mein Vater per Bahn hier an. In ganz Süddeutschland gab es Unwetter. Hier fiel schon lange kein Regentropfen mehr.
In der Nacht hat das Virus dann auch mich erwischt. Unterdessen entwickelt sich Sebastians Beet auf dem Aushubhausen ganz großartig.

By |2008-06-06T10:33:00+00:00Juni 6th, 2008|Haus und Hof, Uncategorized|0 Comments

Hinterlasse einen Kommentar

avatar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei