Es soll weitergehen mit dem Versuch, Opern in deren Umfeld zu besprechen, darzustellen sich auseinanderzusetzen.

Das nächste Vorhaben, den Abschluß der Reihe „Maritime Oper“ wird nach dem Holländer, Othello und der Entführung aus dem Serrail die Oper Billy Budd von Benjamin Britten (1913-1976) bilden. Allerdings wird uns diesmal auch die „weitere Umgebung“ der Oper beschäftigen.

Die Vorlage für Brittens Werk, das dieser mit E.M.Forster (1879-1970) und Eric Crozier als Librettisten verwirklichte, bildet der Roman Billy Budd von Herman Mellville (1819-1891), der insbesondere als Autor des Romans Moby Dick in die Literaturgeschichte eingegangen ist.

Der Thematik Billy Budd soll der Roman „Querelle“ von Jean Genet(1910-1986) aus dem Jahr 1947 gegenübergestellt werden, der 1982 von Rainer Werner Fassbinder verfilmt wurde und dessen letzer Film werden sollte.

Wir, Boris und Matthias, wollen versuchen den Blog als Ebene der Vorbereitung zu nutzen, auch um dem Umfeld der Roten Kugel die Möglichkeit zu geben daran teilzunehmen, auf welche Weise wir das Thema angehen.

Mitte Januar trafen wir uns zum ersten Vorbereitungsblock in Schweikvitz.

23.1.2015                             Lieber Matthias

Ich sah mir am Tag deiner Abreise nochmals den Querelle an, blieb dann noch bei einer Fassbinder- Dokumentation hängen. Erstaunlich produktiv, 44 Filme in 16 Jahren. Querelle war fast fertig endbearbeitet, als Fassbinder 1982 ausgelaugt, von Drogen erfüllt, überarbeitet, im Alter von 37 Jahren an Herzstillstand starb.   Interessant fand ich, daß er am Ende des Films die Romanvorlage verläßt und ein eher positives Ende baut. Der alle Spielarten der Liebe durchlebende Querelle, fällt am Ende, wie ein Engel mit verbrannten Flügeln Kapitän Seblon in die Arme.  Im Roman sticht Querelle triumphierend in See, während Seblon im Gefängnis sitzt.  Ich muß jetzt doch den Roman noch mal lesen….. Wieviel Film wir dem Publikum zumuten können, müssen wir sehen. Erste Probebetrachter bezeichnen den Film als „fordernd“ dabei aber packend.    Es ist ja auch tatsächlich so, daß man in diesen Farbenrausch des genialen Bühnenbildes und die fremdartige Spielweise eintaucht und nicht abbrechen kann, bis man diese Geschichte durchlaufen hat. Ich weiß nicht, wie oft ich den Film inzwischen sah. Das erste Mal Ende der Achziger Jahre in Heidelberg. Damals fand ich es ganz schön mutig, wie Liebe und Sex gezeigt werden, wie das Böse völlig moralfrei als faszinierend gezeigt wird.  Viele Fragen sind zu klären. Wie motivieren wir das Publikum, die Veranstaltung zu besuchen. Ist das Thema vielleicht zu speziell, zu gewagt? Wen stellen wir dar. Bleiben wir bei dem Spiel Intendant/Operndirektor. Ich würde ja gern in eine der Rollen des Films schlüpfen, weiß aber nicht, ob ich bis dahin noch 20 Kilo abnehmen kann. Ein Mitzwanziger wird wohl ohnehin nicht mehr aus mir. Diese Zeit ist ungenutzt an mir vorbeigegangen. …

soweit. Grüße   Boris