Hausherr und Visionär

Hausherr und Visionär

Boris Hruschka als Wagenlenker

Boris Hruschka ist Hausherr der Roten Kugel.

Seit 1999 lebt er auf Rügen, in Schweikvitz wo er in den ersten Jahren einen Schnitterkaten aus dem neunzehnten Jahrhundert instand setzte.

2008 wurde anstelle eines baufälligen Stalls ein Theater errichtet.

Davor hatten in dem großen Garten und dessen Umgebung einige Sommerfeste stattgefunden, die von den Dorfbewohnern gemeinsam gestaltet wurden und bei denen befreundete Künstler auftraten. Nachdem ein schweres Unwetter eines dieser Feste in eine Schlammschlacht verwandelt hatte, entstand die Idee zu einem festen Gebäude. So kam es nach mehrjähriger Unterbrechung wieder zu einer Hinwendung zum Theater und der Bühne.

Schon in der Schulzeit hatte er Theater gespielt, eine Kabarettgruppe gegründet und in einem kleinen Ort in der Südpfalz mit seinem Ensemble ein kleines Theater in einem alten Kirchenraum gebaut. Er war am Theater der Stadt Heidelberg Regieassistent, hatte seit Ende der achtziger Jahre Gelegenheit mit vielen inspirierenden Regisseuren und Schauspielern zu arbeiten, vervollkommnete seine Fähigkeiten als Interpret von literarischen und Politischen Songs in mehreren Meisterkursen mit der Brechtsängerin Gisela May, bevor er für einige Jahre nach Berlin ging, um dort die wilde Zeit nach der Wiedervereinigung zu erleben.

Daß sein Weg ihn zu Schauspiel und Regie führen würde schien zunächst nicht vorgegeben, denn seine Eltern förderten besonders sein zeichnerisches Talent, obwohl das Wort, das gegenseitige Vorlesen, Geschichtenerzählen aber auch die Musik in der Familie eine große Rolle gespielt hatten. Seine Eltern waren als sogenannte „Volksdeutsche“ am Ende des Krieges nach Österreich und Westdeutschland geflohen und hatten sich in Karlsruhe kennengelernt, wo Boris Hruschka 1967 geboren wurde. Seine Mutter als Hutmachermeisterin und Textilgestalterin, wie auch sein Vater der sich dem Ikonenmalen zugewandt hatte, gaben an ihn ein Gefühl für Proportion weiter, das in seinem Leben eine große Rolle spielen sollte.

Vision

Die Verhältnismäßigkeit des Menschen in seiner Umwelt, in seinen sozialen Bindungen, die Schönheit von Natur und Architektur, das Menschengemachte und die Naturgestalt, das Verhältnis des Menschen in der Geschichte, die Wirkung der Vergangenheit auf die Gegenwart und die Interpretation der Vergangenheit aus der Perspektive der Gegenwart, der Widerstand gegen das Eintönige, Großflächige gegen die Diktatur der geraden Linie und ihre industriellen Maßstäbe bilden die Grundlage seines ästhetischen Konzeptes.

Die Schaffung einer kleinteiligen, fast märchenhaften Welt im menschlichen Maß und einer regionalen Überschaubarkeit sieht er als Teil seiner Aufgabe. Das Theater als künstlerischer aber auch sozialer Ausdruck von Kooperation, das auch immer den Blick über den Tellerrand in die große Welt wendet, bildet einen wichtigen Baustein in der Umsetzung der Ideen zu einer gerechten Gesellschaft.

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